Sex macht Spaß! Leider kann man sich dabei auch mit Krankheiten anstecken. Wir wollen Euch monatlich über sexuell übertragbare Krankheiten informieren und die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen.
Diesmal erfahrt Ihr alles Wissenswerte über HIV.
HIV / AIDS
Eine Infektion mit dem Humanen Immunschwäche-Virus (HIV) führt zu einer Schwächung der Körperabwehr und verursacht Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome = Erworbenes Immunschwäche-Syndrom). Trotz guter Behandlungsmöglichkeiten ist eine HIV-Infektion nach wie vor nicht heilbar! Je früher man von einer HIV-Infektion erfährt, desto besser sind auch die Behandlungserfolge. Eine HIV-Infektion lässt sich nur durch einen Test feststellen.
Übertragung:
Eine Übertragung mit dem HI-Virus kann durch Sekrete der rektalen Schleimhaut, Blut, Sperma, Vaginalsekret sowie Muttermilch erfolgen. Gelangen diese Flüssigkeiten auf eine frische, offene Wunde oder auf Schleimhäute in After, auf Penis, Mund oder Vagina besteht ein Ansteckungsrisiko.
Eine Ansteckung kann also erfolgen:
durch ungeschützten Analverkehr: Hier besteht für beider Partner ein Risiko!
durch ungeschützten Vaginalverkehr: Hier besteht sowohl für den Mann als auch die Frau ein Ansteckungsrisiko
durch ungeschützten Oralverkehr: Hier besteht für diejenige Person, welche infektiöses Sperma im Mund aufnimmt, ein Risiko.
durch gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör
Das Infektionsrisiko ist abhängig von:
der Höhe der Viruslast: in der akuten Phase (siehe unten) ist eine HIV-positive Person etwa 10 bis 100-fach infektiöser als in der chronisch-asymptomatischen Phase
Menge der aufgenommenen HIV-haltigen Sekrete
Dauer und Intensität des Sexualkontakts u. des Kontakts mit virushaltigen Sekreten
Verletzungen der Schleimhaut u. Haut durch sexuell übertragbare Krankheiten, Entzündungen oder Geschwüre
Beschneidungsstatus: Beschnittene Männer haben ein geringeres Infektionsrisiko, da die innere Seite der Vorhaut Eintrittspforte für den HI-Virus sein kann
Genetische Disposition
Infektiosität des Erregers
Schutzmöglichkeiten:
Eine Impfung gegen eine HIV-Infektion ist bisher nicht möglich.
Schützen kann man sich
durch die Verwendung von Kondomen beim Vaginal- und Analverkehr
durch die Vermeidung von Blut- und Spermakontakten auf Schleimhäuten oder offenen Hautstellen (z.B. beim Oralverkehr)
durch steriles Spritzbesteck und eigene Spritzutensilien (Löffel, Tupfer, ...) beim intravenösen Drogengebrauch
Symptome/Verlauf:
Akute Phase:
Bereits kurz nach der Ansteckung vermehrt sich das HI-Virus vorübergehend sehr stark. Experten gehen davon aus, dass viele Neuinfektionen von frisch infizierten Personen ausgehen. Diese starke Virusvermehrung kann 2-6 Wochen nach Infektion unspezifische Symptome verursachen, die nach 7-10 Tagen von selbst wieder verschwinden. Solche Symptome können unter anderem Fieber, Abgeschlagenheit, Hautausschlag, Appetitverlust oder Gliederschmerzen sein. Da diese Symptome jedoch nicht zwangsläufig auftreten und zudem sehr unspezifisch sind, sind sie nicht geeignet, um auf eine HIV-Infektion zu schließen. Daher ist der HIV-Test das einzige sichere Verfahren, um eine Infektion nachzuweisen.
Chronische Phase:
Als immunologische Antwort auf das HI-Virus bildet der Körper spätestens nach 3 Monaten spezifische Antikörper. Dadurch geht die Virusbelastung wieder zurück und es treten über Jahre keine Symptome auf.
Aids:
Ist das Immunsystem durch HIV so stark geschädigt , dass opportunistische Infektionen auftreten, spricht man von Aids. Damit einhergehend sinkt die Zahl der Helferzellen und steigt die Viruslast wieder an. Zu den häufigsten opportunistischen Infektionen zählen eine durch Bakterien verursachte Lungenentzündung, Pilzbefall der Speiseröhre und Tumore.
Häufig erfahren Menschen erst aufgrund des Ausbruchs von Aids von ihrer HIV-Infektion, was eine Behandlung schwieriger macht, da das Immunsystem bereits stark beschädigt ist. Daher ist eine Früherkennung durch einen Test so wichtig. Eine Ansteckung lässt sich 3 Monate nach Risikokontakt durch den HIV-Antikörpertest ausschließen.
Behandlung:
Zur Therapie einer HIV-Infektion stehen mehr als 20 Substanzen zur Verfügung. Diese verhindern das Eindringen des Virus in die Zellen oder hemmen die Vermehrung von HI-Viren. Diese antiretrovirale Therapie verzögert das Voranschreiten der Infektion und Erkrankung. Aus dem Körper entfernen lässt sich das Virus nicht. Somit kann zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass man ein Leben lang die Therapie fortsetzen muss. Zu Beginn der Therapie treten häufig akute Nebenwirkungen in Form von Durchfall, Übelkeit, Hautausschlägen oder Kopf- und Muskelschmerzen auf. Mögliche mittel- bis langfristige Nebenwirkungen können folgende sein: Schädigungen der Nieren oder Leber, Diabetes, Fettverteilungsstörungen, Störungen im Zentralnervensystem, Allergien, Hautausschläge, Lustlosigkeit/Impotenz, Depressionen, ... – von den negativen psychosozialen Auswirkungen ganz zu schweigen.