Sex macht Spaß! Leider kann man sich dabei auch mit Krankheiten anstecken. Wir wollen Euch monatlich über sexuell übertragbare Krankheiten informieren und die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen.
Diesmal erfahrt Ihr alles Wissenswerte über Hepatitis B.
Wer gefährdet ist, welche Symptome Hepatitis hat, wie man sich dagegen impfen lassen kann... - die Antwort ist nur einen Klick entfernt
Hepatitis B
Das Hepatitis B - Virus (HBV) verursacht 60–80 % der weltweiten Leberkarzinome (Leberkrebs). Weltweit leben Schätzungen zufolge ca. 300 – 420 Millionen Menschen, die mit dem HBV chronisch infiziert sind. In Österreich geht man von ca. 42.000 chronisch Infizierten aus.
Übertragung:
Die Übertragungswege von Hepatitis B sind denen von HIV sehr ähnlich. Allerdings ist das Hepatitis B–Virus wesentlich robuster und ansteckender als das HI-Virus.
Hauptübertragungswege sind auch hier ungeschützte sexuelle Kontakte sowie Nadeltausch bei Drogenkonsum. Das Hepatitis B-Virus kann durch folgende Körperflüssigkeiten übertragen werden: Blut, Sperma, Vaginalsekret, Lusttropfen, Muttermilch und wenngleich eher selten durch Speichel und Tränenflüssigkeit. Wenn diese Körperflüssigkeiten einer infizierten Person auf Schleimhäute oder Verletzungen der Haut gelangen, besteht ein Ansteckungsrisiko.
Impfung:
Der sicherste Schutz vor Hepatitis B bietet eine Impfung. Diese Impfung wird aufgrund der hohen Infektiosität von HBV allen Personen empfohlen, speziell Menschen mit wechselnden SexualpartnerInnen, HIV-positiven Personen, DrogengebraucherInnen sowie bestimmten Berufsgruppen, wie z.B. medizinischem Personal.Allerdings gibt es Personen (bspw.: Menschen mit bestehender Immunschwäche), bei denen der Impfschutz gegen Hepatitis B nicht ausreichend wirkt. Daher ist es empfehlenswert 6 Wochen nach der 3 Teilimpfung eine sogenannte Titter-Bestimmung zu machen. Dabei wird im Blut nachgeschaut, ob ausreichend Impfschutz gegeben ist und wie lange dieser Impfschutz anhält. Weitere Schutzmöglichkeiten:
→ beim Geschlechtsverkehr reduzieren Kondome das Ansteckungsrisiko
→ beim intravenösen Drogengebrauch schützen steriles Spritzbesteck und eigene Spritzutensilien (Löffel, Tupfer, ...)
Symptome:
In ca. einem Drittel aller Fälle treten keine Symptome auf, in einem weiteren Drittel der Fälle können nach einer Inkubationszeit von 1-6 Monaten, durchschnittlich 2-3 Monaten nach einer erfolgten Ansteckung, folgende Beschwerden auftreten:
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz,
Druck- und Völlegefühl,
Kopfschmerzen,
leichtes Fieber, Abgeschlagenheit,
Muskel- und Gelenkschmerzen
Bei einem weiteren Drittel der Erkrankten kommt es 3-10 Tage nach den oben genannten Symptomen zusätzlich zu einer Gelbsucht mit Gelbfärbungen der Augen und der Haut, dunklem Urin sowie hellem Stuhl.
Krankheitsverlauf:
Bei ca. 90% der Infektionen kann das Immunsystem das Hepatitis B-Virus kontrollieren und es kommt zu einer Ausheilung. Eine ausgeheilte Hepatitis B hinterlässt einen lebenslangen Schutz vor einer erneuten Ansteckung.
In 10% der Fälle kommt es zu einem chronischen Verlauf. Eine chronische Hepatitis B verläuft in mehr als der Hälfte der Fälle sehr mild. Kommt es zu einem aggressiven Verlauf, kann sich bei längerer Dauer eine Leberzirrhose und in weiterer Folge Leberkrebs entwickeln.
Diagnose & Behandlung:
Der Nachweis erfolgt über Antikörper oder bestimmte Bestandteile des Virus im Blut.
Im Falle einer chronischen Hepatitis B mit aggressivem Verlauf erfolgt eine Interferontherapie in Kombination mit weiteren Medikamenten, die häufig mit starken Nebenwirkungen einhergeht.
Hepatitis B und HIV
Bei Menschen mit HIV erhöht sich die Wahrscheinlichkeit chronischer Verläufe. Die Hepatitis B-Impfung ist daher auch für HIV-Positive sehr zu empfehlen.