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02.03.2010
Große Töchter

Anlässlich des Frauenfests wollen wir Euch ausgewählte "große Töchter" Österreichs vorstellen. Den Anfang macht Bertha von Suttner: die Frau, die wir alle täglich bei uns haben (auf der 2 Euro Münze), von der aber die wenigsten wissen, was genau ihr diese Ehre einbrachte.


"Heimat bist Du großer Söhne" heissts so schön in unserer Bundeshymne. Und kaum versucht eine Initiative, auch die "großen Töchter" in das Lied zu integrieren - gibt's einen Aufschrei, wer den so was braucht.

Dabei ist es gerade jetzt an der Zeit, Frauen zu stärken: um 25,5% verdient die Österreicherin im Schnitt weniger als ihr schwanztragender Landsmann. Diesen schlechten Wert hatten wir in Österreich zuletzt 1980.
Wer nun glaubt, dass sei überall so: gerade mal Estland hat einen noch schlimmeren Wert. Sonst verdienen Frauen in der gesamten EU besser - in Italien z.B. "nur" 4% weniger als Männer.

Höchste Zeit also, an die Östereicherinnen zu erinnern, die gegen solche und ähnliche Ungerechtigkeiten gekämpft haben. Und dabei höchst erfolgreich waren!

Bertha von Suttner

kam 1843 als Tochter eines wohlhabenden Adelshauses in Prag zur Welt.
Ihr Vater war schon vor der Geburt verstorben also wuchs sie bei der Mutter auf.
Da diese aber leider beim Glücksspiel das gesamte Vermögen verspielte, musste Bertha 1873 eine Stelle als Privatlehrerin in Wien bei Karl von Suttner annehmen. Seinen Kindern brachte sie Musik & Sprache bei.
Dabei verliebte sie sich in Arthur, den jüngsten Sohn der Suttners - und er sich in sie.
Schon bald bekommt Arthurs Mutter Wind von der jungen Liebe und bittet Bertha, das Verhältnis zu beenden. Doch die Liebe der beiden ist stärker: heimlich heiraten sie 1876.
Prompt wird Arthur enterbt und das junge Paar flüchtet ins russische Zarenreich.

Dort leben sie zuerst von Luft, Liebe und schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs. Ein Jahr später beginnt der Russisch-Türkische Krieg - Bertha und Artuhr schreiben für deutschsprachige Zeitungen Berichte über den Krieg und das Land. Erstmalig verbessert sich dadurch ihre finanzielle Situation. Außerdem werden sie als Autoren etwas bekannter.
1885 kehren sie nach Wien zurück - inzwischen hat Familie von Suttner die Hochzeit verkraftet und nimmt die beiden wieder auf.

1889 erscheint Berthas bekanntester Roman Die Waffen nieder!. In diesem Buch beschreibt sie den Krieg aus der Sicht einer Ehefrau, die ihren Mann an der Front verliert. Das Buch wird in einer Zeit veröffentlicht, in der viele Länder aufrüsten, ein "reinigender" Krieg von vielen Menschen gewünscht wird. Sie schafft es mit diesem Werk, wach zu rütteln, der Friedensbewegung in Europa zu neuen Höhenflügen zu verhelfen.

1891 gründet Bertha die "Österreichische Gesellschaft der Friedensfreunde". Im selben Jahr wird sie zur Vizepräsidentin des "Internationalen Friedensbüros" gewählt. Ein Jahr später gründet sie die "Deutsche Friedensgesellschaft".
In den folgenden Jahren ist sie eine der gefragtesten Vortragenden auf internationalen Kongressen - rund 25 Jahre, bevor österreichische Frauen überhaupt wählen dürfen.

1905 wird Bertha von Suttner schließlich als erster Frau der Friedensnobelpreis verliehen, welcher übrigens auf ihre Initiative hin von Alfred Nobel gegründet wurde.

1914 stirbt Bertha in Wien - wenige Tage später bricht der 1. Weltkrieg aus.
Waren ihre Bemühungen also vergeblich?
Nein. Ihre 3 zentralen Forderungen sind im Wesentlichen mit den späteren Grundpfeilern der Europäischen Union umgesetzt worden. Sie bringen uns somit heute (wenigstens in Europa) Frieden.

 

Quellen: "Die Waffen nieder!", "Wie sie damals lebten - in der Donaumonarchie", Wikipedia.de
Text: Dominik Klinger

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