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Buch Auhof
01.07.2009
Die schönste Sache der Welt

Sex macht Spaß! Leider kann man sich dabei auch mit Krankheiten anstecken. Wir wollen Euch monatlich über sexuell übertragbare Krankheiten informieren und die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen.
Diesmal erfahrt Ihr alles Wissenswerte über Syphilis.
Wer gefährdet ist, welche Symptome Syphilis hat, wie man sich davor schützen lassen kann... - die Antwort ist nur einen Klick entfernt


Time to say goodbye:
Dies ist das letzte Thema zur Serie „Die schönste Sache der Welt“. Wir hoffen, dass ihr mit diesem Info-Angebot zufrieden wart. Weitere Postings sind natürlich nach wie vor möglich.
Das Team vom RICHTIG bedankt sich bei Erik Pfefferkorn für die vielen einfachen & verständlichen Artikel, die er verfasst hat - wir sind jetzt alle deutlich schlauer ;). Und danke alle UserInnen für die guten Fragen! 

Syphilis

Die Syphilis wird auch als Lues bezeichnet und wird durch Bakterien verursacht. Dank der Entdeckung des Penicillins konnte man die Syphilis heilen. In weiterer Folge waren die Syphilis-Erkrankungen stark rückläufig. Seit Beginn des neuen Jahrtausends steigt die Zahl der Syphilis-Fälle in Westeuropa wieder deutlich an. Leider auch in Oberösterreich, wie MedizinerInnen immer wieder betonen.

Mögliche Anzeichen:

Die Syphilis verläuft in mehreren Stadien. Zwischen diesen Stadien verläuft die Syphilis symptomlos – man merkt also nicht, dass man sich angesteckt hat.

Stadium 1 (Primärstadium):

2-5 Wochen (durchschnittlich 3 Wochen) nach Ansteckung entsteht der Primäraffekt: Ein Knoten oder schmerzloses Geschwür an Penis, Vulva, After o. im Mund/Rachen. Dieses Knötchen, das sich auch zu einem münzgroßen Geschwür mit hartem Rand ausweiten kann, bleibt häufig unbemerkt. Der Primäraffekt heilt nach ca. 1-6 Wochen  von selbst ab, was aber keine Heilung bedeutet.
ACHTUNG: Dieses Geschwür/Knötchen ist sehr ansteckend!

Stadium 2 (Sekundärstadium):

Das zweite Stadium tritt nach einer symptomfreien Zeit von in etwa 2 Monaten auf. In dieser Phase breiten sich die Bakterien im ganzen Körper aus.
Typische Symptome können Fieber, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen sein.
Besonders charakteristisch für diese Phase ist ein juckender und nicht nässender Hautausschlag. Auch können nässende warzenförmige Hautveränderungen oder starke Beläge auf der Zunge und in der Mundhöhle auftreten.
ACHTUNG: Diese Hautveränderungen sind ebenfalls hochinfektiös!

Lues Latens (Übergangsphase):

Danach erfolgt der Übergang in eine mehrjährige Latenzphase ohne Symptome. In dieser Phase ist eine bestehende Erkrankung nur über einen Bluttest nachweisbar.

Stadium 3 (Tertiärstadium):

Bei 1/3 aller Personen, bei denen die Syphilis nicht behandelt wird oder ausheilt, geht die Erkrankung in ein drittes Stadium über.
Dann können innere Organe, das zentrale Nervensystem, die Blutgefäße oder das Herz-Kreislaufsystem befallen werden. Typisch sind am Körper auftretende gummiartige und verhärtete Knoten. Auch kann es bei einem Teil der Betroffenen zu einer sogenannten Neurolues kommen, die zu Desorientiertheit, Verwirrtheit und Persönlichkeitsveränderungen bis hin zum Tod führen kann.

Übertragung / Schutz:

Die Syphilis wird meistens durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Allerdings reicht schon der enge, direkte Hautkontakt mit nässenden Haut- oder Schleimhautveränderungen für eine Ansteckung aus. Eine Übertragung durch infektiöses Blut ist ebenfalls möglich.

Syphilis ist also auch durch Oralverkehr, oral-anale Kontakte, durch Fingerspiele, durch Petting und Küssen übertragbar.
Das Risiko einer Ansteckung kann man durch Verwendung von Kondomen und das Vermeiden von Kontakten mit Hautveränderungen senken.

Diagnose:

Ca. 3-6 Wochen nach einer Ansteckung sind Antikörper im Blut nachweisbar.

TIPP: Die AIDSHILFE OBERÖSTERREICH bietet einen kostenlosen und anonymen Syphilis-Test an.

 

BEHANDLUNG:

In den ersten beiden Stadien wird Penicillin intramuskulär zumeist über eine Dauer von 1-3 Wochen verabreicht.

Auch in den späteren Stadien kann die Syphilis geheilt werden, doch dauert die Behandlung länger und bereits vorhandene Organschäden können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Sonstige Hinweise & Tipps:

*  Information, Untersuchung und Mitbehandlung des/r Partners/in

*  bis zum Ende der Behandlung auf Sex verzichten

*  eine Infektion mit einer Syhilis erhöht das Risiko, sich mit HIV zu infizieren um ein Vielfaches

*  da die Infektionen auch ohne Anzeichen verlaufen können und stark zugenommen haben, ist ein regelmäßiger Syphilis-Test empfehlenswert

 


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Kostenlose & anonyme HIV, Hepatitis B & C sowie Syphilis-Testung:

Mo. 14-17, Mi. 16-19, Fr. 11-14

in der AIDSHILFE OBERÖSTERREICH
Blütenstraße 15/2 (LENTIA City), 4040 Linz
Tel.: 070 2170

Beratungshotline für Männer: jeden Donnerstag von 16 – 17.30 Uhr unter 070 2170-25
E-Mail: office@aidshilfe-ooe.at oder erik.pfefferkorn@aidshilfe-ooe.at
Web: www.aidshilfe-ooe.at

"Die schönste Sache der Welt" ist eine Kooperation von RICHTIG & Aidshilfe OÖ.
Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Erik Pfefferkorn

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FOTOS

von Sabrina 18.06.10 03:25
Hallo,

ich glaube ich habe an mir Feigwarzen endeckt. Habe keine ahnung wie diese entsanden sind. Habe angst zum Arzt zu gehen, ich weiß nicht was ich machen soll! Zu was für einem Arzt müsste ich da hin gehen? Kann das schlimme folgen haben?

Mit freundlichen Grüßen
Sabrina
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 14.07.10 11:48
Liebe Sabrina,

entschuldige vielmals, dass ich dir erst jetzt antworte. Leider lese ich erst Deine Frage – irgendwie dürfte die verloren gegangen sein und nun glücklicherweise wieder aufgetaucht sein.

Feigwarzen sind kleine, spitze Warzen, die beim Wachsen eine zerklüftete und blumenkohlartige Oberfläche aufweisen. Kannst ja mal googlen, da gibt es einige Bilder von Feigwarzen.

Die Übertragung von den Viren, die Feigwarzen verursachen, erfolgt über virushaltige Hautschuppen. Dies kann beim Sex passieren, aber auch schon durch engen Körperkontakt. Oft vergehen viele Jahre bis Feigwarzen überhaupt auftreten/sichtbar werden.

Du kannst zu Deinem Hausarzt gehen oder gleich zu einem Facharzt: entweder einem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (die sind darauf spezialisiert .. da gibt es einige Frauen und Männer in Linz) oder einem/r GynäkologIn. Feigwarzen kommen recht häufig vor und Ärzte kennen Feigwarzen und haben diese schon sehr oft in ihrem Alltagsleben gesehen und behandelt!

Zur deiner Frage wegen Folgen: Häufig werden die Warzen optisch und auch beim Sex als störend empfunden. Manche Feigwarzen stehen allerdings auch im Verdacht Krebs zu verursachen.

Die Behandlung ist bei gut erreichbaren Feigwarzen recht einfach: Cremes oder Zäpfchen, die man selbst an sich anwendet.

Liebe Grüße, Erik
von Anonym 13.04.10 23:48
Ist ein Orgasmus während Deep-Throat gefährlicher als normales Kommen im Mund?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 20.04.10 15:13
Hallo! Prinzipiell besteht ein geringes HIV-Infektionsrisiko sobald infektiöses Sperma auf Mund-/Rachenschleimhaut trifft. Diese Schleimhäute bieten eine Eintrittspforte für den HI-Virus. Inwieweit das Ansteckungsrisiko bei Deep Throat höher ist als bei einem Samenerguss im vorderen Mundbereich weiß man nicht. Diesbezügliche Studien geben keine genauen Auskünfte hierzu. Für ein erhöhtes Risiko bei Deep Throat sprechen der mögliche Kontakt mit den Mandeln, die empfänglicher für HIV sind. Für ein geringeres Risiko bei Deep Throat spricht die kürzere Verweildauer von Sperma im Mundbereich.
Zusammenfassend: Um auf Nummer sicher zu gehen, gilt nach wie vor „Penis vor dem Samenerguss rausziehen.“ Verglichen mit aufnehmendem und eindringendem ungeschützten Analverkehr stellt Oralverkehr ein wesentlich geringeres Risiko dar.

Liebe Grüße, Erik
18.02.10 06:43

Hey Erik,
ist AIDS durch Küssen übertragbar, wenn der Infizierte eine Fieberblase hat?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 18.02.10 13:53
Hallo,

das HI-Virus, welches Aids verursacht, ist durch Küssen nicht übertragbar, auch wenn der Infizierte eine Fieberblase hat. Allerdings sind die Bläschen hinsichtlich Herpes hochinfektiös bis sie abgeheilt sind, sodass ein direkter Kontakt mit den Bläschen zu einer Herpes-Infektion führen kann, bzw. die typischen Symptome (Bläschen, Geschwüre) auftauchen können. Daher ist es sinnvoll auf das Küssen zu verzichten bis die Bläschen und Geschwüre wieder abgeheilt sind.

Liebe Grüße, Erik
05.01.10 16:00
Wo kann ich die machen lassen?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 11.01.10 13:48
Hallo, entschuldige die späte Antwort.
Zu Deiner Frage: Ich empfehle dir eine Hepatitis A&B – Kombinationsimpfung mit Twinrix. Diese Impfung besteht aus drei Teilimpfungen in folgenden Abständen: 1 Monat nach der ersten Teilimmunisierung erfolgt die zweite Impfung. 6-12 Monate nach der zweiten Teilimpfung schließlich die 3 Auffrischung. Danach solltest Du für ca. 10 Jahre gegen die beiden Viren geschützt sein.
Allerdings gibt es einige Personen, bei denen der Impfschutz gegen Hepatitis B nicht ausreichend wirkt – selbst nach diesen 3 Teilimpfungen. Daher ist es empfehlenswert 6 Wochen nach der 3 Teilimpfung eine sogenannte Titter-Bestimmung zu machen. Bei dieser Titter-Bestimmung wird im Blut nachgeschaut, ob ausreichend Impfschutz gegeben ist und wie lange dieser Impfschutz anhält.
Die Kosten pro Teilimpfung betragen zur Zeit € 71,---inkl. Impfung (beim Gesundheitsamt). Du kannst dir den Impfstoff auch bei einer Apotheke um € 66,-- besorgen und dann von einem Arzt spritzen lassen – manche Ärzte verlangen keine Impfgebühr (bspw. Dr. Georg Pfau). Die Titter-Bestimmung kostet € 20,--.
Wenn man im Gesundheits- und Sozialbereich arbeitet, sind Impfungen und Titter-Bestimmung in der Regel gratis.

Tipp bezüglich Kosten: Es gibt immer wieder Impfaktionen gegen Hepatitis A und B. Zumeist von April bis Mai bieten bspw. die Gesundheitämter in Linz die Kombiimpfung zum ermäßigten Preis von € 52,--/Teilimpfung an.

Impfen lassen kann man sich bei den Gesundheitsämtern sowie bei Haus- oder Fachärzten.

Nebenwirkungen treten bis auf möglicherweise leichte Hautreizungen an der Einstichstelle kaum auf.

Liebe Grüße, Erik
10.11.09 07:38
Was mache ich, wenn mit einem Shampoo aus der Apotheke die Filzläuse weggebracht habe, es 2 Wochen danach aber immer noch juckt
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 11.11.09 16:30
Danke für Deine Frage. Ich kann dir in diesem Fall echt nur empfehlen, dich nochmals von einem/einer Hautarzt/-ärztin untersuchen zu lassen. Da die Eier/Nissen der Filzläuse mit dem Auge nicht zu erkennen sind, und diese sich auch in Kleidung, Handtücher, Kämmen, usw... einnisten, kann es unter Umständen sein, dass es sich um eine erneuten Befall handelt.
Alles Liebe und Gute, Erik
22.10.09 09:03
In der Reihe dieser Leute, die sich offenbar super auskennen fühlt ma sich zwar blöd, aber ich frage trotzdem: Wie kann ich (männl., Hetero) mir Aids einfangen?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 22.10.09 15:41
Hi, danke für Deine Frage und blöd brauchst Du dich absolut nicht fühlen!

Mit HIV infizieren kann man sich durch folgende Körperflüssigkeiten: Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit, Muttermilch und „Darmsekret“. Wenn in diesen Körperflüssigkeiten HI-Viren enthalten sind und diese direkt auf eine frische, offene Wunde oder auf bestimmte Schleimhäute (auf den Schleimhäuten sind Zellen enthalten, die dem HI-Virus als Eintrittspforte dienen) gelangen, so besteht ein Ansteckungsrisiko.
Infektionen bei heterosexuellen Männern passieren hauptsächlich durch ungeschützten Sex (Sex ohne Kondom) mit einer HIV-positiven Frau. Wenn Scheidenflüssigkeit auf Eichel, Vorhaut und Harnröhre gelangt, besteht ein Ansteckungsrisiko. Des weiteren auch bei ungeschütztem Analverkehr, da Blut u./o. Darmsekret mit Eichel und Vorhaut in Berührung kommt. Die orale Befriedigung einer Frau ist mit einem vergleichsweise geringen HIV-Infektionsrisiko verbunden.

Ergänzenderweise sei noch auf Nadeltausch bei Drogenkonsum hingewiesen, der ein hohes HIV-Ansteckungsrisiko darstellt, da so HI-Viren direkt in die Blutbahn gelangen können.

Liebe Grüße, Erik
von Frank 28.09.09 19:38
Ich will mal fisten ausprobieren, hab aber etwas Angst davor. Was muss ich da beachten?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 04.10.09 11:39
Hallo, danke für Deine Frage und sorry für die etwas verspätete Antwort.
Das Eindringen mit der Hand in den Anus des Partners ist eine Sexualpraktik, die für tolle Gefühle sorgen kann. Allerdings ist diese Praktik auch eine sehr verantwortungsvolle und risikoreiche, da es zu Verletzungen der Darmwand kommen kann.
Voraussetzung sollte sein, dass man Vertrauen zum Partner hat und sehr entspannt ist. Weiters sollte man viel Gleitmittel verwenden, um das Verletzungsrisiko des Schließmuskels möglichst gering zu halten. Zur Vorbereitung auf das Fisten ist eine Spülung des Darms ratsam.
Beim Fisten selbst sollte man langsam und ohne Gewalt vorgehen - also Schritt für Schritt (Finger für Finger) und immer in Kontakt mit dem Partner bleiben (Beobachten, Reden), um auf Wunsch oder bei Schmerzen sofort abzubrechen.
Um Infektionen und Verletzungen zu minimieren ist zudem empfehlenswert kurz geschnittene Fingernägel zu haben und Latexhandschuhe zu verwenden. Auch ist auf die Sauberkeit aller Materialien, insbesondere von Fetten und Gleitmittel zu achten, da bereits winzige, nicht sichtbare Spuren das Material verunreinigen können.
Gerade in den letzten Jahren ist es in den schwulen Szenen verstärkt zu Hepatitis C – Infektionen gekommen (sowohl bei HIV-positiven als auch HIV-negativen Männern), bei denen häufig ein Zusammenhang mit Fisten festgestellt wurde.
Liebe Grüße, Erik
25.09.09 18:42
Wasn mit Syphilis, soll ja wieder im Kommen sein? Müsste man doch erkennen wenns passiert is oder?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 28.09.09 12:47
Hi, leider ist die Syphilis bereits in Oberösterreich angekommen. Und zwar in einem, wie mir von MedizinerInnen (Akh, Männerarzt Dr. Pfau,...) und seitens vieler Freunde mitgeteilt wird, ziemlich unerfreulichen Ausmaß – insbesondere unter schwulen/bisexuellen Männern.

Die Syphilis galt ja eine Zeitlang als mehr oder minder ausgerottet. Viele Mediziner haben von der Syphilis noch wenig gehört, bzw. während ihres Studiums kaum etwas davon gelernt/gesehen.
Die Syphilis ist leicht übertragbar und verläuft in mehreren Stadien. Zwischen diesen Stadien verläuft die Syphilis symptomlos – man merkt also nicht, dass man infiziert ist.
Da die Symptome äußerst vielfältig sind, ist die Diagnose zudem schwierig, bzw. kommt es vor, dass die Infektion unbekannt bleibt und weitergetragen wird.

Daher empfehle ich auf alle Fälle in regelmäßigen Abständen einen Bluttest zu machen (zum Beispiel in der AIDSHILFE OBERÖSTERREICH ;) ).

Übertragen wird die Syphilis größtenteils beim Sex über kleine, teils sichtbare – teils nicht sichtbare Hautveränderungen. Über diese Hautveränderungen gelangen die Bakterien in die Schleimhaut (z.B. von Eichel, Vorhaut, Schamlippen, Mund oder Enddarm) oder verletzte Haut.

Symptome: Wenige Tage bis Wochen (ca. 2-3 Wochen) nach der Ansteckung beginnt der Primäraffekt. An der Eintrittsstelle der Bakterien (Eichel, Vorhaut, Lippen, Mund und Rachen, am Anus oder im Enddarm) kann sich ein Knötchen bilden, das sich zu einem meist münzgroßen Geschwür mit hartem Rand ausweitet (harter Schanker). Dieses Geschwür ist sehr, sehr ansteckend und verheilt nach wenigen Wochen (2-6 Wochen) von selbst.
Danach folgt oft eine symptomfreie Zeit von ca. 2 Monaten. Die Syphilisbakterien breiten sich in dieser Phase im ganzen Körper aus. Symptome können in dieser Phase folgende sein: Fieber mit Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Hautausschläge, .... . Typisch für diese Phase ist ein nicht juckender, nicht nässender, fleckiger oder linsenförmiger Hautausschlag. Auch dieser Hautausschlag ist sehr ansteckend.

Danach folgt eine oft langjährige Phase ohne äußere Symptome.
Unbehandelt kann die Syphilis oft nach vielen Jahren/Jahrzehnten in ein drittes Stadium übergehen, bei dem dann innere Organe, Blutgefäße, Gelenke und das zentrale Nervensystem geschädigt werden können.

Die gute Nachricht: Die Syphilis ist durch Penicillin gut behandelbar. Wird die Infektion in den ersten beiden Stadien erkannt, wird meist 2-3 Wochen behandelt.

Nähere Infos zur Syphilis werden in den nächsten Monaten auf dieser Homepage zu lesen sein.

Liebe Grüße, Erik
16.09.09 20:48
Wie sicher ist ein Kondom. Net 100% was i gehört hab
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 17.09.09 15:53
Hallo, also da hast Du richtig gehört. Denn es gibt leider keine Verhütungs- und Schutzmethode, die 100%-ig sicher ist. Neben Sexualpraktiken, die das Ansteckungsrisiko mit einer sexuell übertragbaren Krankheit verringern, wie bspw. Petting (gegenseitiges Streicheln/Knutschen/Masturbieren), bieten Kondome einen wirksamen Schutz vor Geschlechtskrankheiten (abgesehen vom Femidom, dem Kondom für die Frau, welches in Österreich nur schwer erhältlich ist).

Vermeidet man Lagerungs- und Anwendungsfehler (siehe „Antwort Riss im Gummi“ etwas weiter unten), so verfügen Kondome über eine sehr hohe Sicherheit.

Liebe Grüße, Erik
13.09.09 20:36
Kann man sich über einen Klodeckel mit Krankheiten anstecken (Aids net, dass weiss ich - aber andere?)
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 14.09.09 13:42
Hallo,
also über Klodeckel kann man sich nicht mit einer sexuell übertragbaren Krankheit anstecken - weder mit Syphilis, Tripper oder sonstigen Geschlechtskrankheiten.
Liebe Grüße, Erik
06.09.09 08:55
Mir ist einmal der Gummi beim Sex gerissen - ich bin aber erst nach em Rausziehen draufgekommen. Also nachm Orgasmus.
Wie gefährlich is das? Und wie kann ich das verhindern?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 08.09.09 13:54
Danke für Deine Frage. Das Risiko einer Infektion hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise von der Virusbelastung (Anzahl der Viren), von der Dauer des Kontakts, vom Vorhandensein anderer Infektionserkrankungen, vom Zustand der Schleimhaut, ....
In Deinem Fall hängt das Risiko auch davon ab, wie lange Deine Eichel/Dein Penis direkten Kontakt mit dem Darmbereich/Darmsekret Deines Partners hatte und auch davon, ob Blut im Spiel war. Prinzipiell ist im Falle, dass eine Person HIV-positiv ist, eine relativ große Anzahl an HI-Viren im Analbereich vorhanden, wodurch auch der Aktive/Eindringende ein Infektionsrisiko hat. Ähnliches gilt für andere sexuell übertragbare Infektionen.

Verhindern eines Kondomrisses: Um das Risiko einen Kondomplatzers zu senken, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
· Verwenden geeigneter Kondome: Prinzipiell sollten alle Kondome, die über eine entsprechende Qualität verfügen (sieh erster Punkt), auch für Analverkehr geeignet sein. Doch gibt es „extra starke“ Kondome, die speziell für den Analverkehr produziert werden und entsprechend reißfester sind.
· Lagerung der Kondome: Lagert man Kondome zu warm oder setzt man sie Temperaturschwankungen aus (kalt-warm) werden sie brüchig und reißen leichter.
· Auf Ablaufdatum, Prüfnummer und Unversehrtheit der Kondomhülle achten: Ist ein Kondom abgelaufen oder die Hülle löchrig, kann das Kondom austrocknen und somit leichter platzen. Die Prüfnummer (vierstelliger CE-Code) sagt aus, dass es sich um ein Qualitätskondom handelt.
· Ausreichend Platz an der Spitze des Kondoms (Reservoir) lassen und darauf achten, dass keine Luft darin enthalten ist (Luft rausdrücken): Ist zu wenig Platz und Luft im Reservoir enthalten, kann es sein, dass das Kondom reißt, da für das Sperma zu wenig Raum vorhanden ist.
· Ausreichend Gleitmittel verwenden – bei längerem Sex lieber noch mal zusätzlich Gleitmittel verwenden: Mit Gleitmittel sollte nicht sparsam umgegangen werden, da ansonsten aufgrund der Trockenheit, das Kondom ebenso reißen kann. Gleitmittel auf das bereits übergezogene Kondom sowie in und um den Po des Partners in ausreichender Menge verteilen – so, dass es auch richtig flutscht.
· Nur Gleitmittel auf Wasserbasis oder Silikonbasis verwenden: Gleitmittel, die Fette enthalten, greifen das Kondom an und machen es brüchig. Dazu zählen beispielsweise Vaseline oder fetthaltige Massageöle.
· Bei längerem Sex – neues Kondom verwenden: Sollte das sexuelle Vergnügen länger dauern, ein neues Kondom verwenden, da das alte eventuell bereits brüchig geworden ist.

LG, Erik
27.08.09 00:46
Ich habe seit ca. 1 Woche kleine Bläschen in der Körpermitte. Vorher hab ich einen One-night stand gehabt. Was kann das sein?
1 . Reaktion
von AidshilfeErik 27.08.09 14:18
Hallo, danke für Deine Frage. Leider kann ich dir zu den Bläschen keine seriöse Antwort geben. Zum einen bin ich kein Arzt und zum anderen ist es unseriös, eine Ferndiagnose zu stellen. Ich empfehle dir einen Arzt (bspw. einen Hautarzt) Deines Vertrauens aufzusuchen und den Hautausschlag fachgerecht abklären zu lassen. Bitte erzähle ihm auch von Deinem One Night Stand. Wie beschrieben kann es sein, dass der Hautausschlag auch von selbst abklingt, was aber nicht heißen muss, dass dann die Ursache auch verschwunden ist (z.B. eine Infektion, eine allergische Reaktion, ...).

Liebe Grüße, Erik
19.08.09 17:56
Also ich sag ehrlich - Beim Analverkehr hab ich immer Gummi aber Blasen mit Gummi macht mir keinen Spaß. Wie riskant ist das?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 20.08.09 13:43
Hi, danke für Deine Frage.

Hinsichtlich einer HIV-Ansteckung stellt Blasen ohne Ejakulation Safer Sex dar. Im Unterschied zu Vaginal- oder Analverkehr stellen die kleinen Mengen Flüssigkeit durch den Lusttropfen kein nennenswertes Infektionsrisiko dar. Ein geringes HIV-Risiko besteht bei einer Ejakulation im Mund für die Person, die den Samenerguss aufnimmt. Zum einen sind im hinteren Mundbereich (Rachen) bestimmte Zellen auf den Schleimhäuten, die dem HI-Virus als Eintrittspforte dienen. Zum anderen steigt das HIV-Ansteckungsrisiko bei längerer Verweildauer des Ejakulats im Mund sowie bei Entzündungen in Hals, Rachen, bei Zahnfleischbluten oder einer vorhandenen sexuell übertragbaren Krankheit. Schutz bietet, „Penis raus aus dem Mund, bevor er kommt“.

Andere sexuell übertragbare Krankheiten, wie Syphilis, Tripper, Herpes (HSV), Chlamydien oder Hepatitis können durch Blasen ohne Gummi übertragen werden. Daher sollte auf vorhandene Hautveränderung im Mundbereich und am Penis, Entzündungen im Rachenbereich oder Ausfluss aus dem Penis des Partners geachtet werden, um eine Ansteckung mit einer solchen Infektionskrankheit zu vermeiden.
Das Gute ist: Die meisten sexuell übertragbaren Krankheiten sind sehr gut behandel- und heilbar.
Tipps: Gegen Hepatitis A & B gibt es eine Schutzimpfung. Regelmäßige Untersuchungen insbesondere auf Syphilis, Tripper, Hepatitis und Chlamydien.
2 . Reaktion2 . Reaktion
21.08.09 03:40
Das hab' ich so noch nie gehört! Bin jetzt echt erleichtert! Danke für die Antwort!
13.08.09 15:12
Hy Erik! Bin zwar selber ein Bi-Mann aber ich möchte wissen, wie Lesben Safersex machen können
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 17.08.09 15:14
Hi, erst einmal Danke für Deine Frage! Lesbisch liebende Frauen können sich hinsichtlich sexuell übertragbarer Infektionen, wie bspw. Hepatitis B und C, Herpes, HPV (Humanes Papilloma Virus), Gonokokken oder Chlamydien folgendermaßen schützen:

· Verwendung von Latextüchern: Bei oralem Sex, also beim Lecken der Vagina, Klitoris, Venuslippen oder des Anus, können Latextücher, sogenannte Dental Dams (Lecktücher), verwendet werden. Anstelle dieser Lecktücher können auch Kondome, die längsseits aufgeschnitten werden, verwendet werden.
· Verwendung von Kondomen bei Sex Toys: Werden Sexspielzeuge (z.B. Dildos oder Vibratoren) von mehreren Partnerinnen verwendet, sollte ein Kondom benutzt werden, um den Kontakt mit möglicherweise infektiösem Vaginalsekret oder Menstruationsblut zu vermeiden. Wird ein Sex Toy von derselben Frau sowohl in Vagina als auch After verwendet, sollte das Kondom gewechselt werden, damit nicht Bakterien vom Darm in die Vagina gelangen und zu Entzündungen führen.
· Benutzung von Latexhandschuhen: Bei der Befriedigung der Vagina oder der äußeren Geschlechtsorgane mit der Hand sind Latexhandschuhe dann sinnvoll, wenn die stimulierte Frau ihre Regel oder eine Entzündung in der Vagina hat und die Partnerin gleichzeitig offene Wunden an den Händen hat. Wie bei Sex Toys sind Latexhandschuhe auch dann anzuraten, wenn Po und Vagina mit der Hand liebkost werden, um zu vermeiden, dass Bakterien aus dem Darmbereich in die Vagina oder Harnröhre gelangen.
· Benutzung von Gleitmitteln auf Wasserbasis: Gleitmittel auf Wasserbasis schützen die Schleimhäute von Vulva, Vagina und Anus. Es ist daher sinnvoll, bei der Verwendung von Latextüchern oder –handschuhen ausreichend Gleitmittel zu verwenden. Zudem verbessert Gleitgel die Empfindsamkeit.

Soweit die wichtigsten Safer Sex – Empfehlungen für lesbische Frauen.

Liebe Grüße, Erik
10.08.09 13:47
Sind Avanti Kondome sicherer? Das hat mir mal wer gesagt. Und warum kosten sie soviel?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 10.08.09 17:10
Hi! Ich schicke dir einmal zwei Links zu Kondom-Testberichten: http://www.konsumo.de/news/2973-Kondome-Test-Gleitmittel-Sex-Verh%C3%BCtung-sehr-gut-Latex-Kunststoff-dick-d%C3%BCnne-sensitiv-gef%C3%BChlsecht, http://www.testberichte.de/testsieger/level3_verhuetungs_potenzmittel_kondome_1860.html
Qualitätskondome erkennt man an der vierstelligen Prüfnummer (CE-Code), die direkt auf der Hülle abgedruckt sein sollte. Auch muss auf der Hülle ein Ablaufdatum enthalten sein. Sind beide Daten auf der Hülle des Kondoms, handelt es sich um ein qualitativ gutes Kondom. Ein Großteil der Avanti - Reihe von Durex richtet sich an Latexallergiker. Diese Kondome bestehen aus Polyurethan und sind tendenziell etwas teurer als klassische Latexkondome.
LG, Erik
04.08.09 12:02
Stimmt es, daß man daran erkennt, ob man sich mit Aids angesteckt hat, daß man wenige Tage nach dem Sex eine Grippe bekommt? Kann ich dann noch was dagegen machen (Behandlung danach)?
1 . Reaktion
von Aidshilfe Erik 10.08.09 11:49
Hi, danke für Deine Frage. Es stimmt, dass 2 bis 6 Wochen nach einer Ansteckung mit HIV (durchschnittlich nach 2,5 Wochen) sehr unspezifische Symptome auftreten können. Solche Symptome können sein: Fieber, Angeschlagenheit, Hautauschlag, Gliederschmerzen, Appetitverlust, ... -also Symptome, die auf eine Grippe schließen lassen. Die Symptome halten ca. 7 bis 10 Tage an und verschwinden dann (auch ohne Behandlung) wieder. Wichtig ist, dass aufgrund der Symptome nicht auf eine HIV-Infektion geschlossen werden kann, da es auch tatsächlich eine Grippe oder ähnliches sein kann. Wenn solche Symptome auftreten, macht eine Behandlung danach (PEP-Postexpositions-Prophylaxe) keinen Sinn mehr, da man mit dieser Notfallbehandlung (man nimmt eine Therapie für einen Monat ein mit der Hoffnung so eine Infektion zu verhindern) spätestens 3 Tage nach einer möglichen Infektionen beginnen muss (je früher, desto besser). Liebe Grüße, Erik